Kikentai & Budo-Kampfkünste
„Kikentai” leitet sich aus aus einem der wichtigsten Prinzipien der Schwertkampfkünste ab –
dem „Ki-Ken-Tai-Ichi“. Dieser Begriff setzt sich aus folgenden Einzelbegriffen zusammen:
| Ki | – Geist oder Seele und wird hier im Sinne von geistige Energie oder Absicht benutzt |
| Ken | – Schwert |
| Tai | – menschlicher Körper |
| Ichi | – Eins oder das Eine, wird hier als Einheit übersetzt |
In den Kampfkünsten wird unter „Ki-Ken-Tai-Ichi“ die Schaffung einer Einheit von Geist, Körper und Waffe verstanden. Daher trainieren wir nicht nur unsere Absicht, unser körperliches Können und die Geschicklichkeit mit dem Schwert, sondern streben vor allem eine Einheit dieser Elemente an. Auf das Leben übertragen, kann dieses Prinzip als Suche nach Harmonie verstanden werden: zwischen unserer Motivation, unserem Körper und den Dingen die wir nutzen.
Budo aus dem Japanischen übersetzt heißt soviel wie Weg der Kriegs- und Kampfkünste. Es umfasst neben dem körperlichen Training auch die Auseinandersetzung mit spirituellen Prinzipien und wird vor allem als geistiger Weg der persönlichen Reife gesehen.
Ken-jutsu – Japanische Schwert-Kampfkünste

Ken-jutsu bezeichnet als Überbegriff die Schwert-Kampfkünste der japanischen Samurai. Die Samurai als Kriegerkaste sind im 12 Jh. entstanden und haben die japanische Gesellschaft und Denkwaise stark geprägt. Innerhalb der Samurai-Familien (Clans) entwickelten sich mehrere 100 verschiedene Waffen- und waffenlose Kampfkünste. Dabei spielte das Schwert als Hauptwaffe und Symbol der Samurai immer eine bedeutende Rolle. In der Neuzeit öffneten sich die zum Teil recht konservativen Schulen dem Westen, so dass heute viele verschiedene Stile in der Welt trainiert werden. Kikentai unterrichtet die Schwertkunst aus dem Aikido (Aiki-ken) und die Schwertkunst in der Tradition der Kashima-shin-ryu-ken-jutsu.
Aiki-ken ist das Ken-jutsu, das zusammen mit Aikido gelehrt wird. O-Sensei Morihei Ueshiba, der Begründer des Aikido, studierte verschiedene alte Schwertschulen und integrierte Schwerttechniken passend zu seinem Aikido-System. Aiki-ken wird von vielen hochgradigen Aikido-Lehrern gelehrt, aber vor allen das Takemusu (Iwama-ryu)-Aikido von Morihiro Saito sieht sich als Erbe und Bewahrer des Aiki-ken von Ueshiba. Beim Aiki-Ken werden leichte und mittelschwere Holz-Schwerter (Bokken) zum Üben benutzt.
Kashima-shin-ryu ist eine 500 Jahre alte Kampfkunstschule, die auf den Samurai Matsumoto Bizen-no-kami (1467-1524) zurückgeht. “Kashima” bezieht sich auf den Kashima Großschein (Kashima Jingu) in der Präfektur Ibaraki und „shin“ auf die japanische Volksreligion Shintoismus. „Ryu“ bedeutet im Japanischen soviel wie Schule. Die Schwerttechniken (Ken-jutsu) der Kashima-shin-ryu werden neben der offiziellen Linie durch den Japaner Inaba Minoru Sensei und den französischen Aikido-Lehrer Christian Tissier und dessen Schüler in Europa verbreitet. In der Kashima-shin-ryu werden für die Praxis der Grundschläge und der Basis-Formen schwere Holzschwerter mit Tsuba (Bokkuto) verwendet, für höhere Formen werden leder-ummantelte Bambusschwerter (Fukuro-shinai) benutzt. Die Übungen im Schwertziehen (Batto-jutsu) werden mit Metallschwertern (Iaito oder Katana) praktiziert.
Mehr Infos zum Thema Ken-jutsu >> Links-Japanische Waffenkünste
Aikido – Kampfkunst der Harmonie von Körper und Geist

Aikido ist eine Selbstverteidigungs- und Kampfkunst, die der Japaner Morihei Uyeshiba Mitte des 20. Jh. entwickelte. Uyeshiba erlernte verschieden Schulen des alten Jiu-jitsu, unter anderen die Kito-ryu-Schule, aus der Jigoro Kano das moderne Judo entwickelte. Hauptsächlich aber wurde Aikido durch das Daito-ryu-aiki-jutsu beeinflusst. Ueshiba war aber auch ein sehr religiöser Mensch. Er studierte unter anderem die Omote-kyo, einer im Shintoismus verwurzelten „Lehre vom großen Ursprung“. Diese beeinflusste seine Entwicklung in den Kampfkünsten stark und führte zur Entstehung des Aikido – dem Weg zur Harmonie von Körper und Geist. Nach dem 2.Weltkrieg verbreitete sich Aikido durch verschiede Schüler Uyeshibas schnell in der ganzen Welt. Aikido versteht sich als eine klassische Budo-Kampfkunst, als ein Weg der geistigen und körperlichen Schulung. Es ist kein Wettkampfsport. Das Ziel ist nicht das Bezwingen eines Gegners, sondern die Entwicklung einer Geisteshaltung, die frei ist von Aggression und Angst. Aikido als Bewegungsform macht den Übenden entspannt und elastisch und hilft, Verspannungen zu lösen und gleichzeitig eine starke innere Struktur zu entwickeln. Morihei Ueshiba bereicherte sein Aikido um Waffentechniken alter Samurai-Schulen, so das traditionellen im Aikido auch Stock- und Schwertkunst, sowie Messerabwehr gelehrt werden.
Jo-jutsu (Aiki-jo) – Stocktechniken

Die Techniken der Stockkampfkunst sind in vielen alten Samurai-Schulen zu finden. Im Gegensatz zum längeren Bo ist der Jo mit seinen 127 cm ein sehr schnelles und wendiges Utensil. So kann man – wie beim Jonglieren mit Gegenständen – mit dem Jo Beweglichkeit, Schnelligkeit und Lockerheit trainieren. Mit dem Erlernen von fließenden Bewegungsabläufen kommt ein Gefühl für Rhythmus und Timing dazu.
Die Arbeit mit dem Jo bietet zudem den Aspekt einer Kampfkunst – den Stock als Mittler zu “erfühlen”, Energien zu erzeugen, aufzunehmen und umzuleiten. Die Bewegungsenergien, die aus den Hebelmomenten des Stocks resultieren, werden auf eine interessante Art mit den Willensenergien verbunden: sie setzen Aufmerksamkeit und Entschlossenheit voraus und fördern diese.
Während anfangs die Herausforderung darin besteht, das kinetische Moment des Stocks zu benutzen, vermittelt die Stockkampfkunst mit etwas Übung eine große Freiheit und Freude im Umgang mit den Dingen und sich selbst. Wenn man es mit Leichtigkeit schafft, den Jo durch die Luft rauschen zu lassen und damit Raum und Zeit zu beherrschen – hat man fast ein Gefühl von Schwerelosigkeit.
Aiki-jo bildet mit Aiki-ken den Waffenteil von Aikido und setzt sich aus folgenden Übungsformen zusammen:
Suburi – Grundschläge
Kumi-jo – Partnerformen Stock gegen Stock
Kata – Stockformen ohne Partner und als Anwendung mit Partner
Jo-dori – Angriff mit dem Stock und Verteidigung
Jo-nage – mit den Stock werfen
Jiu-Jitsu

Die „sanfte/nachgebende Kunst“ beruht vor allem auf den von den japanischen Samurai stammenden Methoden des waffenlosen Kampfes. Diese haben sich heute in viele verschiedene Stile weiterentwickelt zum Teil mit traditionellen aber auch auch mit moderner und sportlicher Ausrichtungen.
Kikentai-Berlin orientiert sich an verschieden Jiu-jitsu Stielen und beinhaltet:
– Brasilianischen Jiu-jitsu mit Schwerpunkt Bodenkampf:Festhalten, Hebeln und Würgen …
– Judo entsprechende Würfe im Standkampf
– Selbstverteidigung Elemente aus traditionellen und modernen Jiu-jitsu
– Für den freien Zweikampf Techniken der Mixed Material Arts (Freefight, Submission Wrestling …)
Beim Training es geht hauptsächlich darum sich selbst mit effektiven Methoden körperlich und geistig auszubilden und Elemente wie Aggressivität und Gewalt beiseite zu lassen.